Brot. Meine Botschaft. Brot. Meine Botschaft.

Farina italiana

Italienische Mehle

Die ganze Vielfalt italienischer Mehle entfaltet sich erst im Zusammenspiel von drei entscheidenden Parametern: der Weizenart, dem Mahlgrad und der Backstärke. Grano duro (Hartweizen) liefert ein kräftiges Aroma, goldene Krusten und eine stabile Glutenstruktur – perfekt für Pasta, rustikale Brote wie Pane di Altamura und herzhafte Focaccia. Grano tenero (Weichweizen) sorgt dank seines elastischen, dehnbaren Glutens für eine luftige, zarte Krume in Pizza, Ciabatta und feinem Gebäck. Der Mahlgrad, klassifiziert als Tipo 00 bis Integrale, steuert den Schalen- und Mineralstoffanteil: Je niedriger die Typnummer, desto feiner und heller ist das Mehl. Höhere Typen führen zu rustikaleren, aromatischeren Ergebnissen. Ergänzend gibt der W-Wert Auskunft über die Glutenstärke und ist häufig durch Farbcodes (Grün bis Orange) gekennzeichnet. Mit diesem Wissen findest du schnell das ideale Mehl für jedes Backvorhaben mit authentisch italienischem Flair.

Grano duro – Hartweizen

Hartweizen, auch Durum genannt (Triticum durum), wird vor allem im Mittelmeerraum angebaut. Besonders Süditalien, allen voran Apulien und Sizilien, galt bereits in der Antike als Kornkammer Italiens. Eine bekannte alte sizilianische Hartweizensorte ist die Tumminia (Timilia), die ausschließlich auf Sizilien angebaut und für regionale Spezialitäten wie das „Pane Nero di Castelvetrano“ verwendet wird. Hartweizen zeichnet sich durch einen hohen Eiweißgehalt und eine feste, stabile Glutenstruktur aus, weshalb er ideal für die Herstellung von Pasta und traditionellen süditalienischen Broten ist. Ein bekanntes Beispiel für ein Brot aus Hartweizen ist das Pane di Altamura.

  • Semola ist die allgemeine Bezeichnung für Hartweizen
  • Semola grossa bezeichnet Hartweizengrieß
  • Semola rimacinata ist nochmals fein gemahlener Hartweizengrieß

Grano tenero – Weichweizen

Weichweizen, auch Brot- oder Saatweizen genannt (Triticum aestivum), ist die bedeutendste Mehlsorte in Italien. Weichweizen besitzt ein elastisches und gut dehnbares Gluten, wodurch er besonders vielseitig verwendbar ist und Gebäcke mit weicher, luftiger Krume entstehen lässt. Aus Weichweizen werden die typischen italienischen Mehle hergestellt. Je nach Mahlgrad (Tipo) und Glutenstärke (W-Wert) variieren die Backeigenschaften des Mehls erheblich. Feine Weichweizenmehle eignen sich hervorragend für Pizza, Focaccia, Kuchen und feines Gebäck, gröbere Varianten für rustikale Brote und Vollkorngebäcke.

Mahlgrad italienischer Mehle

Anders als bei der deutschen Typisierung von Mehlen, bei der vor allem der Mineralstoffgehalt angegeben wird, klassifizieren die Italiener ihre Mehle in erster Linie nach dem Mahlgrad. Dieser gibt an, wie fein oder grob ein Mehl gemahlen wurde und wie hoch der Anteil der Schalenbestandteile und des Keimlings im Mehl ist. Je kleiner die Zahl hinter dem Begriff „ Tipo“, desto feiner und heller ist das Mehl, da es hauptsächlich aus dem stärke- und glutenreichen Mehlkörper besteht. Höhere Zahlen kennzeichnen hingegen Mehle, die einen höheren Anteil an mineral- und ballaststoffreichen Schalenteilen enthalten und somit rustikaler und dunkler ausfallen.

Mahlgrad italienischer Mehle Deutschland
Weizenmehl Proteingehalt Minderalstoffe Äquivalent
Tipo 00 mind. 9 % max. 0,55 % Typ 450
Tipo 0 mind. 11 % max. 0,65 % Typ 550
Tipo 1 mind. 12 % max. 0,80 % Typ 812
Tipo 2 mind. 12 % max. 0,95 % Typ 1050
Integrale mind. 12 % max. 1,70 % Vollkornmehl

Glutenstärke italienischer Mehle

Der sogenannte W-Wert, auch Backstärke genannt, gibt die Elastizität des Glutenkomplexes an. Italienische Hersteller, wie beispielsweise Molino Caputo, geben diesen Wert oft in Kombination mit dem Mahlgrad an. Ein feines Weichweizenmehl Typ 00 mit einem W-Wert von 90–150 ist beispielsweise ideal für Kuchen und Feingebäck. Als visuelle Orientierungshilfe wird der W-Wert in Form einer Farbkodierung angegeben. Leider gibt es keine standardisierte Vorgabe, sodass die Farbcodes zwischen verschiedenen Herstellern variieren. Einige verwenden auch Buchstaben oder andere Kennzeichnungen. Folgende Farben werden häufig genutzt und haben sich weitgehend etabliert:

Glutenstärke italienischer Mehle
Farbkodierung W-Wert Glutenstärke Verwendung
grün W 90 - 170 schwach Feingebäck
blau W 180 - 240 mittel Gebäck mit kurzer Gare
rot W 250 - 320 stark Gebäck mit langer Gare
gelb W 330 - 380 sehr stark Panettone, Pandoro
orange W > 380 besonders stark Spezialgebäck

Italienische Backwaren

Italienische Backwaren zeichnen sich durch ihre Vielfalt und die Verwendung hochwertiger Zutaten wie Olivenöl und frische Kräuter aus. Zu den Klassikern gehören Focaccia und Ciabatta aus dem herzhaften Spektrum, aber auch süße Backwaren wie Panettone und Tiramisu dürfen nicht fehlen. Handwerkliches Können und Liebe zum Detail spiegeln das italienische Lebensgefühl wider und begeistern Backliebhaber auf der ganzen Welt. Für ein authentisches Gebäck verwendest du am besten Lievito Madre, einen traditionellen italienischen Sauerteig, zur Herstellung dieser Backwaren.

Focaccia
Focaccia mit schwarzen Kichererbsen
Blumen-Focaccia
Pinsa romana
Pane di altamura
Südtiroler Schüttelbrot

Ähnliche Beiträge

Mehle ersetzen
mehr lesen
Japanische Mehle
mehr lesen
Roggen
mehr lesen
Einkorn
mehr lesen