Viele denken an den amerikanischen Klassiker, wenn sie heute den Begriff „Bananenbrot“ hören. In den USA gehört dieser Kuchen seit den 1930er-Jahren zu den beliebtesten – ein schneller Alltagsklassiker, für den alle Zutaten in einer Schüssel verrührt werden, ganz ohne besondere Handwerkskunst. Dieses „All-in-Mix“-Verfahren macht das Banana Bread so praktisch und unkompliziert. Das Ergebnis ist ein saftiger, lockerer Kuchen, der sich perfekt dazu eignete, in Zeiten der Großen Depression überreife Bananen sinnvoll zu verwerten. Doch was passiert, wenn man dieses amerikanische Rezept nach deutschem Konditorenhandwerk herstellt?
Anstelle des „All-in-Mix“-Verfahrens wird das Bananenbrot aus einer schweren Sandmasse hergestellt, die in alten Fachbüchern auch als „Altdeutsche Masse“ bezeichnet wird. Butter und Zucker werden aufgeschlagen, bis eine helle, luftige Masse entsteht. Die Eier werden nacheinander hinzugefügt und erst dann kommen Mehl und Stärke ins Spiel, die den Teig seinen typisch „sandigen“ Biss verleihen. Die Bananen sorgen für Fruchtigkeit und Süße. Ein Schuss Rum rundet das Aroma ab, geröstete Nüsse und gehackte Schokolade ergeben eine perfekte Ergänzung. So wird ein Gebäck geschaffen, das sich vom amerikanischen Vorbild entfernt, aber von derselben Grundidee getragen wird, nämlich der Verwertung überreifer Bananen.
Backanleitung
Meine Backanleitungen sind bewusst einfach und verständlich gehalten, so dass du auch ohne viel Vorerfahrung tolle Ergebnisse erzielen kannst. Wenn du dein Wissen rund ums Brotbacken vertiefen möchtest, findest du in der Rubrik Backwissen viele nützliche Informationen und Tipps. Und wenn du beim Backen auf Probleme stößt oder Fragen hast, zögere nicht, mir zu schreiben. Ich helfe dir gerne weiter!
Rezepthinweise
Für dieses Rezept wird eine Kastenform mit einer Länge von etwa 25 cm benötigt. Die wichtigste Zutat sind überreife Bananen. Je brauner ihre Schale und je weicher ihr Fruchtfleisch ist, desto besser eignen sie sich. Für die dekorative Banane auf der Kuchenoberfläche sollte hingegen eine weniger reife Banane verwendet werden. Wer möchte, kann das Grundrezept nach Belieben verfeinern. Geröstete Nüsse, dunkle Schokolade oder ein Schuss Rum sind optional und können beliebig ausgetauscht werden.
Backform vorbereiten
Vor der Zubereitung des Teiges die Backform einfetten und mit etwas Mehl ausstauben. Für dieses Rezept benötigt man eine Kastenform von etwa 25 cm Länge. Sie gibt dem Gebäck die klassische Form und sorgt dafür, dass die schwere Sandmasse gleichmäßig durchbackt. Wer kleinere Formen benutzt, sollte die Backzeit anpassen.
Schwere Sandmasse
Butter, Zucker, Salz, Rum und Vanille 8–10 Minuten lang cremig rühren. Die Eier nacheinander zugeben und jeweils komplett unterrühren. Anschließend die fein zerdrückten, sehr reifen Bananen dazu geben und vermengen. Mehl, Stärke und Backpulver vermengen, sieben und vorsichtig unterheben – entweder mit dem Spatel oder auf der niedrigsten Stufe der Maschine. Nach Belieben die gehackten Walnüsse und die Zartbitter-Kuvertüre unterheben.
Rund ums Backen
Das Bananenbrot in die vorbereitete Backform füllen und die Oberfläche glatt streichen. Eine halbierte Banane in die Oberfläche drücken. Bei 175 °C Ober-/Unterhitze 55 Minuten backen. Vor dem Herausnehmen mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen durchgebacken ist (es darf kein Teig mehr am Stäbchen kleben). Den Kuchen zehn Minuten in der Form auskühlen lassen und dann vorsichtig aus der Form lösen. Danach weiter abkühlen lassen. Nach Belieben mit Zuckerguss oder Schokoladenglasur versehen.
Wissenswertes
Wie das Bananenbrot gibt es noch viele weitere berühmte Backwerke, die auf einem Rührteig basieren. Zu den Klassikern zählen etwa der Marmorkuchen mit seiner charakteristischen Marmorierung, der in fast jeder Familie Erinnerungen weckt, oder der Baumkuchen, der als „König der Kuchen“ gilt und in feinsten Schichten gebacken wird. Auch der einfache Rührkuchen, den wir bis heute als Standardgebäck kennen, hat seine Wurzeln in dieser Grundmasse.