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Spreewälder Gurkenbrot

Spreewälder Gurkenbrot

Brot und Gurke begegnen sich hierzulande meist in klassischer Rollenverteilung: Das Brot ist die Grundlage, die Gurke die Beilage. In diesem Rezept wandert die Spreewälder Gurke nicht neben das Brot, sondern direkt in den Teig: Sie wird zur aromatischen Hauptzutat. Zusammen mit ihrer Lake und der kompletten Gewürzeinlage verleiht sie dem Brot eine besonders saftige Krume und ein würziges Aroma mit dem unverwechselbaren Spreewaldgeschmack. Zugegeben, die Idee ist ungewöhnlich. Aber Backen bedeutet für mich, Zutaten immer wieder neu zu entdecken oder in einen kreativen Zusammenhang zu bringen. Und was könnte ikonischer für ein deutsches Brot sein als die Spreewälder Gewürzgurke?

Sie ist nicht einfach eine Gurke. Seit 1999 genießt die Spreewälder Gurke EU-weiten Schutz als geografisch geschützte Spezialität (g.g.A.) – nur Gurken aus dem Spreewald, die nach traditionellen Methoden verarbeitet werden, dürfen diesen Namen tragen. Die frischen Gurken wachsen im Spreewald, einer einzigartigen Fluss- und Auenlandschaft in Brandenburg, deren Klima und Böden für eine hervorragende Qualität sorgen. Sie werden oft noch von Hand geerntet und mit Gewürzen und Kräutern wie Dill, Senfkörnern, Pfeffer, Zwiebeln oder Piment eingelegt. Die Rezepte variieren von Hof zu Hof und werden zum Teil von Generation zu Generation weitergegeben.

Bereits im 16. Jahrhundert konservierten Spreewälder Bauern Gurken auf diese Weise. Spätestens im 19. Jahrhundert, als Theodor Fontane sie erwähnte, wurden sie zur regionalen Spezialität. In der DDR galten sie als Symbol des Alltags – und spätestens mit Good Bye, Lenin! wurden sie zum Kultobjekt mit Nostalgiefaktor. Heute sind sie aus der deutschen Esskultur nicht mehr wegzudenken. Ein Brot mit Spreewaldgurken zu backen heißt also nicht nur, eine kreative Idee umzusetzen – sondern verschafft der traditionsreichen Gurke einen würdigen Auftritt. Ein Brot, das diese Aromen aufgreift, war längst überfällig. Viel Spaß beim Nachbacken!

Bildergalerie

Backanleitung

Meine Backanleitungen sind bewusst einfach und verständlich gehalten, so dass du auch ohne viel Vorerfahrung tolle Ergebnisse erzielen kannst. Wenn du dein Wissen rund ums Brotbacken vertiefen möchtest, findest du in der Rubrik Backwissen viele nützliche Informationen und Tipps. Und wenn du beim Backen auf Probleme stößt oder Fragen hast, zögere nicht, mir zu schreiben. Ich helfe dir gerne weiter!

Backmodus aktivieren

Mengen und Material

Menge

1*[menge]
Anzahl der Backwaren
g
Teiggewicht
g

Für dieses Rezept benötigt man ein rundes Gärkörbchen ø 25 cm, einen feuerfester Topf mit gleichem Durchmesser und ein Rasierklingenmesser.

Poolish

70*[menge]
Wasser
g
30*[menge]
Gurkenlake
g
0.5*[menge]
Frischhefe
g
100*[menge]
Weizenmehl, Type 550
g

Alle Zutaten gut verrühren. Der Teig ist weich und flüssig. Die Masse zugedeckt 12 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen. Der reife Poolish ist blasig und riecht mild aromatisch.

Teigeinlage

165*[menge]
Gewürzgurken
g
30*[menge]
Gurkengewürz
g

Die gesamte Gewürzeinlage eines Glases Spreewälder Gurken durch ein Sieb geben. Je nach Hersteller sind dies ca. 30 g Senfkörner, Pfeffer, Dill, Piment und Zwiebelstücke. Die Gewürzgurken in kleine Würfel schneiden. 

Hauptteig

100*[menge]
Wasser
g
50*[menge]
Gurkenlake
g
[mehl]+[hefe]+[wasser]+[lake]
Poolish
g
[gurken]+[gewürze]
Teigeinlage
g
5*[menge]
Frischhefe
g
15*[menge]
Butter
g
300*[menge]
Weizenmehl, Type 550
g
100*[menge]
Roggenmehl, Typ 1150
g
8*[menge]
Salz
g

Zuerst wird die Frischhefe in einem Teil des Wassers vollständig aufgelöst. Zu dieser Hefelösung werden die restliche Flüssigkeit und das Mehl gegeben und alles gründlich vermengt, bis keine Mehlnester mehr sichtbar sind. Danach wird das Salz gleichmäßig untergeknetet. Danach wird das Fett eingearbeitet. Erst ganz zum Schluss wird die Teigeinlage – also die Gurkenwürfel und die Gewürzeinlage – vorsichtig untergeknetet. Der Teig ist weich, aber formbar und leicht klebrig. Bei Bedarf kann noch etwas Mehl untergeknetet werden, der Teig sollte aber nicht zu fest werden.

Stockgare bis Stückgare

Der Teig ruht nun 90 Minuten in einer leicht geölten Schüssel. Nach der Hälfte der Zeit wird er einmal leicht gedehnt und gefaltet, um die Teigstruktur zu stärken. Anschließend wird der Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem runden Laib geformt und mit dem Schluss nach unten in ein gut bemehltes Gärkörbchen gelegt. Die Stückgare erfolgt bei Raumtemperatur und dauert etwa 60 Minuten. Alternativ kann der Teigling auch 10 Stunden im Kühlschrank reifen, um das Aroma noch zu vertiefen.

Rund ums Backen

Der Backofen wird rechtzeitig auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorgeheizt – zusammen mit dem gusseisernen Topf (mit Deckel), idealerweise mindestens 45 Minuten lang, damit der Topf richtig heiß wird. Der Brotlaib wird vorsichtig mit dem Schluss nach oben in den heißen Topf gelegt. Er braucht nicht eingeschnitten zu werden – der Schluss soll beim Backen rustikal aufreißen und für eine wilde, charaktervolle Kruste sorgen. Der Deckel kommt sofort wieder auf den Topf. Das Brot wird zunächst 35 Minuten mit Deckel gebacken. Danach wird die Temperatur auf 210 °C gesenkt, der Deckel entfernt und das Brot weitere 10 Minuten ohne Deckel fertig gebacken, bis es eine kräftige, goldbraune Kruste hat.

Wissenswertes

Als perfekte Ergänzung zu jedem Rezept findest du an dieser Stelle immer wieder handverlesene Artikel. Sie geben dir spannende Einblicke und nützliches Hintergrundwissen zu den verwendeten Zutaten und Backtechniken. Lass dich inspirieren und erweitere dein Wissen rund um das Thema Backen.

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Backzutaten

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