Inzwischen findet sich Süßlupinenmehl in immer mehr Brotrezepten – und das aus gutem Grund. Die Süßlupine gehört botanisch zu den Hülsenfrüchten und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum sowie den Anden. Heute wird sie auch in Deutschland zunehmend angebaut. Sie gilt als robuste, bodenverbessernde Kulturpflanze mit hoher agrarökologischer Bedeutung.
Für das Brotbacken ist Süßlupinenmehl vor allem wegen seiner besonderen Zusammensetzung interessant. Mit einem Eiweißgehalt von 35-40 % zählt es zu den proteinreichsten pflanzlichen Mehlen überhaupt. Gleichzeitig liefert es relevante Mengen an Ballaststoffen und Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium und Eisen. Da Lupinen von Natur aus glutenfrei sind, tragen sie zwar nicht zur Teigstruktur bei, sie können aber gezielt zur Steigerung des Nährwerts eingesetzt werden.
Backtechnisch wirkt sich Süßlupinenmehl vor allem auf die Wasserbindung, die Krume und die Frischhaltung aus. Die enthaltenen Proteine und Ballaststoffe erhöhen die Wasseraufnahmefähigkeit des Teiges, was zu einer saftigeren Krume und einer längeren Frischhaltung führen kann. Zudem fördert es eine gleichmäßigere Porung und kann die Volumenstabilität von Toast- und Kastenbroten unterstützen, insbesondere in Kombination mit Weizenmehl.
Geschmacklich bringt Süßlupinenmehl eine feine, leicht nussige Note mit. Es eignet sich daher gut als Ergänzung zu klassischen Mehlsorten. In der Praxis hat sich ein Anteil von 5-10 % bezogen auf die Gesamtmehlmenge bewährt. In dieser Dosierung verbessert Süßlupinenmehl den Nährwert, die Textur und die Frischhaltung, ohne die Teigführung unnötig zu verkomplizieren. Für mein Lupinen-Toastbrot nutze ich es gezielt als das besondere Etwas.
Backanleitung
Meine Backanleitungen sind bewusst einfach und verständlich gehalten, so dass du auch ohne viel Vorerfahrung tolle Ergebnisse erzielen kannst. Wenn du dein Wissen rund ums Brotbacken vertiefen möchtest, findest du in der Rubrik Backwissen viele nützliche Informationen und Tipps. Und wenn du beim Backen auf Probleme stößt oder Fragen hast, zögere nicht, mir zu schreiben. Ich helfe dir gerne weiter!
Rezepthinweise
Hinweise
Für dieses Rezept wird eine Toastbrotbackform mit Deckel benötigt. Meine hat die Maße 30 × 10 × 9 cm.
Nach der Stockgare wird der Teig gezielt zu einem Toastbrot aufgearbeitet, bevor er in die geschlossene Kastenform gegeben wird. Dabei ist die richtige Formtechnik entscheidend für Volumen, Krume und eine gleichmäßige Kruste ohne Taille. Die verschiedenen Methoden der Toastbrot-Aufarbeitung findest du hier.
Poolish
Die Zutaten für den Poolish zusammenrühren und für 12 Stunden im Kühlschrank reifen lassen.
brühstück
Für das Brühstück die Lupinenschrot oder eine alternative Schrot mit kochendem Wasser übergießen. Das Brühstück über Nacht abkühlen und quellen lassen.
Hauptteig
Mische die Zutaten für den Hauptteig zusammen und verrühre alles zu einer bindigen und homogenen Masse. Ganz zum Schluss arbeitest du die Butter ein. Der Knetvorgang dauert etwa 10 Minuten.
Stockgare bis Stückgare
Den Teig für eine Stunde an einem warmen Ort zu Stockgare stellen. Anschließend den Teig zu einem Toastbrot aufarbeiten. Hierzu den Teig auf eine Arbeitsfläche legen und vierteln. Die Teigstücke rundschleifen und nach der Four-Pieces-Methode nebeneinander in eine Kastenform setzen.
Rund ums Backen
Das Toastbrot bei 200°C backen. Anfänglich für 10 Minuten mit Deckel und anschließend weitere 20 Minuten ohne Deckel. Denke daran, dass es nicht zu dunkel werden darf, da es später noch getoastet werden soll.
Wissenswertes
Hülsenfruchtmehle besitzen im Vergleich zu klassischen Getreidemehlen deutlich mehr pflanzliches Protein und besitzen hierdurch eine ausgeprägte Wasserbindungskraft. Backtechnisch beeinflussen sie daher vor allem die Teigkonsistenz und die Frischhaltung. Gleichzeitig beeinflussen sie aber auch die Teigstabilität, da sie kein Gluten liefern. Deshalb sollten sie immer im Zusammenspiel mit glutenhaltigen Getreidemehlen oder Mehlmischungen beim glutenfreien Backen eingesetzt werden. Geschmacklich bringen Hülsenfruchtmehle ein eigenes Aromaprofil mit. Typisch ist ein leicht bis deutlich nussiger, teilweise auch erdig-würziger Geschmack.