Die Neujahrsbrezel ist ein aus süßem Hefeteig gefertigter Glücksbringer: In einigen Regionen Deutschlands wird sie zum Jahreswechsel verschenkt oder am Neujahrsmorgen gemeinsam gegessen. Im Gegensatz zur herzhaften Laugenbrezel ist sie mit Butter, Ei und Zucker verfeinert und daher wattig und süß. Für den Jahreswechsel passt das geschlossene, endlos wirkende Geflecht besonders gut – es ist ein Sinnbild für ein rundes, glückliches Jahr. Klassischerweise wird sie mit Eistreiche und Hagelzucker überzogen. Wer mag, kann stattdessen auch einen Zuckerguss oder Aprikotur verwenden.
Damit dir meine Rezepte gelingen, lohnt es sich, zu wissen, wie ich sie schreibe, etwa wie ich Mengen angebe, was ich unter einzelnen Zutaten verstehe und welche Grundlagen ich voraussetze, ohne sie in jedem Rezept zu wiederholen. All das, samt Bäckerlatein, findest du unter „Rezepte verstehen”. Wenn du den größeren Zusammenhang suchst, führen dich die Wissensrubriken tiefer ins Thema: Backwissen für alles rund um das Handwerk selbst, Teigkunde für das Wissen rund um Teige und Massen sowie die Veredelung von Rezepten und in der Warenkunde finden sich alle Informationen zu den Zutaten selbst. Wenn doch eine Frage offenbleibt, sende mir gerne eine Botschaft – ich freue mich darauf.
Rezepthinweise
Hinweise
Für dieses Rezept benötigt man eine Teigkarte, einen Backpinsel und ein Bäckerleinen.
Hefestück
Die Zutaten wie angegeben zu einem homogenen Teig vermischen (nicht auskneten) und für 30 Minuten gut abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Ich nutzte meist den Backofen mit eingeschalteter Lampe.
Hauptteig
Das Hefestück mit den restlichen Zutaten in eine Schüssel geben und für 5-10 Minuten zu einem homogenen Teig auskneten. Gibt das Salz hierbei erst nach 2-3 Minuten hinzu. Der Teig sollte sich gut vom Schüsselrand lösen und wenig kleben.
Stockgare bis Stückgare
Der ausgeknetete Hauptteig ruht erneut für 60 Minuten an einem warmen Ort. In dieser Zeit wird er sich fast verdoppeln. Anschließend musst du ihn aufarbeiten. Teile den Teig hierfür in zwei gleich große Teile. Forme aus einem Teil eine große Brezel, die das Ganze Backblech ausfüllt. Du brauchst dafür einiges an Platz, da der Teigstrang ca. 100-120cm lang sein muss. Die zweite Hälfte des Teiges teilst du erneut in 3-4 Teile und rollst sie zu ca. 80cm langen Strängen aus. Nun flechtest du die drei oder vier Stränge zu einem Zopf. Drücke anschließend den oberen Bogen deiner Brezel platt und lass den hinteren Rand dabei etwas dicker damit der Zopf beim Backen nicht herunter rutscht.
Rund ums Backen
Glänze deine Brezel mit Vollei ab und streue je nach Belieben Hagelzucker darüber. Ausgebacken wird sie bei 180°C Ober- und Unterhitze für 30 Minuten.
Wissenswertes
Auch wenn die Neujahrsbrezel schnell gemacht ist, beginnt sie mit einem Hefestück – einem kleinen Vorteig, der schon nach 30 Minuten bereit ist. Diese kurze Vorstufe gibt der Hefe einen Vorsprung und macht die Krume später besonders locker. Es ist die unkomplizierteste Art, mit einem Vorteig zu arbeiten.