Eine Zutat, die oft unterschätzt wird, ist Mehl. Sowohl die Mehlsorte als auch der Ausmahlungsgrad können das Endergebnis eines Rezeptes stark beeinflussen. Aber was tun, wenn das Rezept eine Mehltype verlangt, die in deiner Vorratskammer oder deinem Supermarkt nicht verfügbar ist? Keine Sorge, ein alter Bäckertrick kann dir helfen – das Mehlmischungskreuz. Mit seiner Hilfe kannst du jede Mehltype selbst mischen und kannst flexibel auf unterschiedliche Rezepte reagieren. Wem die Theorie und der Rechenweg zu kompliziert sind, kann meinen Online-Kalkulator am Ende des Beitrags nutzen. Wenn du Mehle unterschiedlicher Länder ersetzen und nicht mischen möchtest, findest du hier Hilfe.
Das Mehlmischungskreuz
Das Mischungskreuz ist eine einfache, aber effektive Methode, um eine gesuchte Mehltype aus zwei anderen Mehlsorten zu berechnen. Alles, was du benötigst, sind zwei Mehlsorten: eine dunklere und eine hellere als die gewünschte Mehltype. Du kannst also aus Weizenmehl Type 550 und Weizenmehl Type 1050 kein Weizenmehl Type 1600 herstellen, aber du könntest Weizenmehl der Type 812 herstellen.Beachte außerdem, dass du keine unterschiedlichen Getreidemehle miteinander mischen kannst. Für Vollkornmehl wir im Mischkreuz rechnerisch die Zahl 1900 eingesetzt. Vollkorn hat grundsätzlich keine Typenzahl, weil es das ganze Korn enthält. Die Zahl 1900 dient als Rechenwert, damit sich Mischungen berechnen lassen.
Anwendungs-Beispiel
Angenommen du benötigst Weizenmehl der Type 812 für ein Rezept, hast aber nur Weizenmehl der Type 550 und der Type 1050 zur Verfügung. Dann gehst du wie folgt vor: Schreibe die gewünschte Mehltype 812 in die Mitte. Links davon notierst du die beiden vorhandenen Mehle. Verbinde die Zahlen mit Linien, sodass ein Kreuz entsteht wie auf der Abbildung. Danach berechnest du die Differenz der beiden Zahlen entlang einer Linie. Im abgebildeteten Beispiel wäre das 812 minus 550 und notiert wird das Ergebnis von 262 am anderen Ende der Linie. Wiederhole die Rechnung auch für die zweite Linie, also 1050 minus 812 und notiere 238.
Anschließend musst du die Mengen der beiden Mehlsorten berechnen, die du mischen musst um Weizenmehl Type 812 zu erhalten. Addiere hierfür die beiden zuvor berechneten Differenzen, also 238 plus 262. Das Ergebnis von 500 ist nun deine Bezugsgröße für die Mengenangabe. Du rechnest demnach viel Prozent 238 und 262 von 500 sind und schon hast du deine Zahlen. Kurzer Ausflug in die Prozentrechnung: Du musst 238 dividiert durch 500 rechnen und dann alles mal 100 multiplizieren. Du erhälst dann 47,6%. Analog hierzu rechnest du die zweite Mehlsorte aus: 262/500*100=52,4%.
Jetzt hast du alle notwendigen Informationen, um die exakte Menge auszurechnen. Du musst jetzt nur noch die gewünschte Menge in deinem Rezept mit den beiden Prozentangaben multiplizieren. Wenn du also z.B. 450g Weizenmehl der Type 812 benötigst rechnest du für das Mehl der Type 550: 450/100*47,5 = 214,2 und für das Mehl der Type 1050: 450/100*52,4%= 235,8. Jetzt kannst du endlich anfangen zu backen und weißt, dass du 214,2g Weizenmehl der Type 1050 und 235,8g der Type 550 benötigst. Du hast 450g der gesuchten Type 812 selbst gemischt.
Online-Kalkulator
Wem die Theorie und die aufwendige Rechnung zu kompliziert ist, für den gibt es hier einen einfachen Online-Kalkulatur. Beim Ausfüllen ist wichtig, dass du jeweils ein höher und ein weniger stark ausgemahlenes Mehl als die gesuchte Mehltype auswählen musst. Eine Umrechnung ist zudem nur innerhalb einer Getreidesorte möglich, daher gibt es drei Rechner. Fülle zuerst das Feld „benötigte Mehlmenge” aus und gib dann die gesuchte Mehltype im Feld „benötigtes Mehl” an. Im Feld „vorhandenes Mehl A” gibst du das Mehl mit der niedrigsten Type an und im Feld „vorhandenes Mehl B” die höchste Type. Die beiden Felder danach zeigen dir das Mischverhältnis. Wenn dir manche Mehtypen unbekannt vorkommen, liegt das daran, dass viele Mehltypen der DACH-Region – also Österreich, Schweiz und Deutschland – eingepflegt sind.