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Norddeutsche Campingwecken

Norddeutsche Campingwecken

Campingwecken sind ein kulinarisches Kulturgut, das besonders in Norddeutschland, vor allem in Schleswig-Holstein, Hamburg und im nördlichen Niedersachsen, sowie entlang der Küsten von Nord- und Ostsee verbreitet ist. In beliebten Urlaubsregionen wie den Nordseeinseln haben sie inzwischen Kultstatus erreicht.

Obwohl die genaue Entstehungsgeschichte nicht sicher geklärt ist, herrscht bei den Zutaten große Einigkeit. Es handelt sich traditionell um weiche Milchbrötchen aus Hefeteig mit einer Kruste, die großzügig mit Hagelzucker bestreut ist. Das Besondere verbirgt sich jedoch in ihrem Inneren: Hier befindet sich ein süßer Teigkern, in den nochmals reichlich Hagelzucker eingearbeitet ist. Ein Campingwecken hat somit drei typische Merkmale: außen einen neutralen, milden Hefeteig, innen einen süßen Hagelzuckerkern und oben einen tiefen Einschnitt, der ebenfalls mit Hagelzucker gefüllt ist. Sie schmecken angenehm süß, während ihre Konsistenz wattig und mürbe zugleich ist. Beim Hineinbeißen entfaltet sich ein überraschender Knusper-Effekt.

Bildergalerie

Damit dir meine Rezepte gelingen, lohnt es sich, zu wissen, wie ich sie schreibe, etwa wie ich Mengen angebe, was ich unter einzelnen Zutaten verstehe und welche Grundlagen ich voraussetze, ohne sie in jedem Rezept zu wiederholen. All das, samt Bäckerlatein, findest du unter „Rezepte verstehen”. Wenn du den größeren Zusammenhang suchst, führen dich die Wissensrubriken tiefer ins Thema: Backwissen für alles rund um das Handwerk selbst, Teigkunde für das Wissen rund um Teige und Massen sowie die Veredelung von Rezepten und in der Warenkunde finden sich alle Informationen zu den Zutaten selbst. Wenn doch eine Frage offenbleibt, sende mir gerne eine Botschaft – ich freue mich darauf.

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Rezepthinweise

Hinweise

8*[menge]
Anzahl der Backwaren
g
[milch]+[hefe]+[mehl]+[ei]+[salz]+[mehl_2]+[mehl_3]+[zucker]+[vanille]+[hzucker]+[butter]
Teiggewicht
g
([milch]+[hefe]+[mehl]+[ei]+[salz]+[mehl_2]+[mehl_3]+[zucker]+[vanille]+[hzucker]+[butter])/[anzahl]
Stückgewicht
g

Für dieses Rezept benötigt man ein Bäckerleinen, ein Wellenschliffmesser und einen Teigpinsel. Die Schlüsselzutat ist Hagelzucker. Wer die Brötchen besonders süß mag, kann den Teigkern alternativ aus einem Mürbeteig im Verhältnis 1:2:2 herstellen.

Hefestück

200*[menge]
Milch
g
10*[menge]
Frischhefe
g
200*[menge]
Weizenmehl, Type 550
g

Zunächst die Frischhefe in der Milch auflösen und gründlich verrühren. Anschließend das Mehl hinzufügen und den Teig eine 90 Minuten lang an einem warmen Ort reifen lassen.

Hauptteig

[mehl]+[milch]+[hefe]
Hefestück
g
50*[menge]
Vollei
g
60*[menge]
Zucker
g
220*[menge]
Weizenmehl, Type 550
g
80*[menge]
Weizenmehl, Type 1050
g
8*[menge]
Salz
g
1*[menge]
Vanillemark
g
75*[menge]
Butter
g
100*[menge]
Hagelzucker
g

Alle Zutaten bis auf den Hagelzucker in eine große Schüssel geben und 10 Minuten zu einem geschmeidigen Teig kneten. 

Stock- bis Stückgare

Anschließend den Teig halbieren und gut abgedeckt 20 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Nach der Reifezeit die eine Teighälfte mit dem Hagelzucker vermengen. Teile dann die neutrale Teighälfte in Stücke à 55 g und die mit Hagelzucker in Stücke à 70 g. Danach alle Teiglinge rundwirken. Die neutralen Teiglinge zu Fladen mit einem Durchmesser von 8-10 cm ausrollen und die gesüßten Teiglinge darin einschlagen und gut verschließen. Dann mit dem Schluss nach unten auf eine Backunterlage setzen. Die fertigen Campingwecken mit einem Bäckerleinen abdecken und 1 Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen.

Rund ums Backen

Die Campingwecken mit einem Ei bestreichen, mittig mit einem Wellenschliffmesser tief einschneiden und den Schnitt mit Hagelzucker bestreuen. Anschließend 20 Minuten bei 200 °C ohne Dampf backen.

Wissenswertes

Eine interessante kulinarische Parallele zu den Campingwecken findet sich ausgerechnet am anderen Ende der Welt: in Japan. Was kaum jemand ahnt: Es gibt dort ein süßes Gebäck, das den Campingwecken verblüffend ähnelt, jedoch nach einem umgekehrten Prinzip aufgebaut ist. Die Rede ist von Melonpan, einem traditionellen Brötchen, das ebenfalls aus zwei verschiedenen Teigen besteht. Außen befindet sich knuspriger Mürbeteig, im Inneren ein fluffiger Hefeteig. Während die Campingwecken ihren süßen Kern im Inneren verbergen, trägt das Melonpan ihn als Kruste zur Schau – eine spannende Interpretation der gleichen Idee. So wird deutlich, wie ähnlich sich Backwaren trotz großer geografischer Entfernung sein können.

Melonpan

Melonpan

Melonpan sind total süße Leckereien aus Japan, die ihren Namen von der Zuckermelone ableiten. Die Japaner nennen sie メロンパン, was so viel wie „Melonenbrot“ bedeutet. Die Brötchen bestehen aus einem knusprigen Mürbeteig-Mantel und einem fluffigen...
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