Tartelettes sind kleine, feine Gebäckstücke aus der französischen Pâtisserie, die sich durch einen knusprigen Mürbeteig und eine Vielzahl von Füllungen auszeichnen. Der Begriff „Tartelette“ stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „kleiner Kuchen“ oder „kleines Törtchen“. Tartelettes können sowohl in süßer als auch in pikanter Form hergestellt werden. Klassische süße Varianten enthalten frische Früchte, Cremes oder Schokolade, während pikante Törtchen unter anderem mit Käse, Gemüse oder Fleisch gefüllt sein können.
Vor allem im Sommer bieten sich Johannisbeeren für die Herstellung der Törtchen an. Gerade zu dieser Jahreszeit haben diese Beeren Hochsaison. Ihre Erntezeit variiert je nach Sorte und Region, liegt aber typischerweise in den Monaten Juni bis August. Sowohl die roten als auch die weißen Johannisbeeren reifen oft um den Johannistag herum, den 24. Juni, woher sie auch ihren Namen haben. Die kleinen, saftigen Beeren sind nicht nur sehr vitaminreich, sondern verleihen den Tartelettes durch ihren säuerlichen Geschmack eine erfrischende Note. Kombiniert mit einer süßen Gussmasse, einer sogenannten Crème Royale oder zu deutsch Eierguss, wird das Gebäck zu einem wahren Gaumenschmaus.
Damit dir meine Rezepte gelingen, lohnt es sich, zu wissen, wie ich sie schreibe, etwa wie ich Mengen angebe, was ich unter einzelnen Zutaten verstehe und welche Grundlagen ich voraussetze, ohne sie in jedem Rezept zu wiederholen. All das, samt Bäckerlatein, findest du unter „Rezepte verstehen”. Wenn du den größeren Zusammenhang suchst, führen dich die Wissensrubriken tiefer ins Thema: Backwissen für alles rund um das Handwerk selbst, Teigkunde für das Wissen rund um Teige und Massen sowie die Veredelung von Rezepten und in der Warenkunde finden sich alle Informationen zu den Zutaten selbst. Wenn doch eine Frage offenbleibt, sende mir gerne eine Botschaft – ich freue mich darauf.
Rezepthinweise
Hinweise
Für dieses Rezept benötigt man eine Backform für Tartelettes mit einem Durchmesser von 9 cm.
Mürbeteig
Für den Mürbeteig Mehl, Butter, Zucker, Ei und Salz zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig luftdicht einpacken und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Crème Royale
Für die Gussmasse Sahne, flüssige Butter, Zucker, Vollei, Mehl und Salz gut verrühren. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Luft untergehoben wird. Die Johannisbeeren waschen und entstielen. Sie werden für den nächsten Schritt benötigt.
Tartelettes zubereiten
Den Mürbeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und sechs Tartelettesförmchen damit auslegen. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen (stippen). Anschließend die Johannisbeeren darauf verteilen und die Zwischenräume mit der Crème Royale ausgießen. Die Tartelettes können bis kurz unter den Rand gefüllt werden. Der Guss nimmt beim Backen kaum an Volumen zu.
Rund ums Backen
Die Tartelettes im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober- und Unterhitze ungefähr 30 Minuten backen, bis die Crème Royale stockt und der Mürbeteig goldbraun ist. Danach die Tartelettes aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker veredeln.
Wissenswertes
Der mürbe Boden trägt hier Guss und Beeren – und dass er das zartsplittrig und nicht zäh tut, ist eine Frage richtigen Handwerks. Kalte Butter, eine kurze Knetzeit und eine Ruhephase im Kühlschrank halten das Glutengerüst locker. Je weniger es sich ausbildet, desto feiner zergeht der Teig später. So wird der Mürbeteig zum stillen Fundament des Törtchens, auf dem Crème Royale und Johannisbeeren erst richtig zur Geltung kommen.