Brandy Butter ist ein Klassiker der britischen Weihnachtszeit. Sie besteht aus weicher Butter, Zucker und einem ordentlichen Schuss Brandy. Sie wird vor allem zu Christmas Pudding oder Mince Pies serviert, wo sie mit ihrer Süße und dem alkoholischen Akzent die kräftigen Aromen der winterlichen Desserts abrundet. Die Ursprünge der Brandy Butter reichen ins viktorianische England zurück. In Kochbüchern des 19. Jahrhunderts taucht sie unter Namen wie „Hard Sauce” oder „Wine Sauce” auf. In einigen Regionen, etwa in Schottland, ist auch die Bezeichnung „Rum Butter“ gebräuchlich. Brandy Butter hat zwar ihren festen Platz in der Weihnachtsküche, wird aber gelegentlich auch im Rahmen des Afternoon Tea serviert – etwa als süße Alternative zu Scones.
Warum eigentlich Brandy?
Brandy ist eine der ältesten und edelsten Spirituosen Europas. Es handelt sich um einen Weinbrand, der durch die Destillation von vergorenem Traubensaft gewonnen wird. Der Begriff „Brandy” leitet sich vom Niederländischen „brandewijn” (gebrannter Wein) ab und beschreibt exakt das, was Brandy im Kern ist: destillierter, konzentrierter Wein. Ein hochwertiger Brandy entwickelt im Laufe der Zeit durch Lagerung im Eichenfass komplexe Aromen, ähnlich wie Whisky. Je länger die Reifezeit, desto runder und harmonischer der Geschmack. Ein solcher Brandy passt so gut zur Butter, weil seine aromatische Tiefe mit Noten von Vanille, getrockneten Früchten und Holz eine ideale Verbindung mit Süße und Fett eingeht. Der Alkohol bringt nicht nur Geschmack, sondern auch ein wärmendes Mundgefühl mit sich, das besonders zur Winterzeit perfekt passt.
Gängige Brandy-Marken
Während in Frankreich zwischen Cognac (aus der Charente) und Armagnac (aus der Gascogne) unterschieden wird, steht der Begriff Brandy in Großbritannien heute als Oberbezeichnung für alle gereiften Weinbrände. Die französischen Sorten gelten als besonders edel, für Brandy Butter werden sie jedoch selten verwendet, da sie meist zu teuer oder zu nuancenreich sind. Für Brandy Butter muss es aber kein teurer Jahrgangsbrand sein – ein ausbalancierter Brandy aus dem mittleren Preissegment genügt völlig.
In Großbritannien sind Marken wie Courvoisier, Three Barrels oder Remy Martin VS weit verbreitet. Auch St-Rémy (Frankreich) und Carlos I. sowie Torres 10 (Spanien) sind bekannte Marken – letzterer vor allem wegen seiner warmen, runden Noten. Wer es allerdings besonders britisch mag, greift zu den Hausmarken von Sainsbury’s oder Waitrose, die zur Weihnachtszeit spezielle Brandy-Varianten anbieten. In Deutschland sind Asbach Uralt oder Chantré die gängigen Pendants. Für eine besonders aromatische Brandy Butter lohnt es sich außerdem, beim Einkauf auf Begriffe wie „VS” (Very Special) oder „Solera” zu achten, da sie auf eine gewisse Fassreife hinweisen.
Anleitung
Meine Backanleitungen sind bewusst einfach und verständlich gehalten, so dass du auch ohne viel Vorerfahrung tolle Ergebnisse erzielen kannst. Wenn du dein Wissen rund ums Brotbacken vertiefen möchtest, findest du in der Rubrik Backwissen viele nützliche Informationen und Tipps. Und wenn du beim Backen auf Probleme stößt oder Fragen hast, zögere nicht, mir zu schreiben. Ich helfe dir gerne weiter!
Rezepthinweise
Hinweise
Für die Herstellung von Brandy Butter benötigt man nur wenige grundlegende Küchenutensilien. Zum einen eine Rührschüssel, um die Butter luftig aufzuschlagen und zum anderen ein Sieb, um den Puderzucker zu sieben. Ein flexibler Teigspatel ist hilfreich, um die fertige Butter umzufüllen. Zur Aufbewahrung eignen sich ein Schraubglas oder eine kleine Butterdose, sodass das Aroma erhalten bleibt und die Butter jederzeit servierbereit ist. Die angegebene Menge entspricht einem handelsüblichen Butterblock.
Brandy Butter
Die Butter sollte bei Zimmertemperatur weich werden, aber nicht schmelzen. Anschließend die weiche Butter cremig rühren und gesiebten Puderzucker portionsweise zugeben und unterrühren, bis eine glatte Masse entstanden ist. Zuletzt den Brandy esslöffelweise unter die Butter ziehen, bis die gewünschte Konsistenz und der typische Geschmack erreicht sind. Bei Zimmertemperatur servieren.
Rezepte zum Probieren
Erst in Begleitung zeigt Brandy Butter, was in ihr steckt. Mit klassischen Rezepten wie zart-mürben Mince Pies mit fruchtiger Füllung und frisch gebackenen Scones, die noch warm mit Brandy Butter statt Clotted Cream serviert werden, läuft sie zur Hochform auf. Perfekt für die Adventszeit – oder für alle, die britische Backtraditionen lieben oder entdecken möchten und sich eine Teatime gönnen möchten.