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Scones mit clotted cream

Clotted Cream

Wer an ein klassisches britisches Frühstück denkt, kommt um die berühmte Clotted Cream nicht herum. Diese sahnige Köstlichkeit ist der Star eines traditionellen Cream Tea, bei dem sie zusammen mit Scones und Erdbeermarmelade serviert wird – eine himmlische Kombination, die Genießer:innen auf der ganzen Welt begeistert. Ihren Ursprung hat Clotted Cream im Südwesten Englands. Dort wurde sie ursprünglich entwickelt, um die Haltbarkeit von Milch zu verlängern – lange bevor es moderne Kühlmöglichkeiten gab. 

In diesem Beitrag erfährst du nicht nur, wie du diese Spezialität mit wenigen Zutaten selbst herstellen kannst, sondern auch spannendes Hintergrundwissen und ihre Anwendungsmöglichkeiten. Und natürlich klären wir eine der wohl bekanntesten Fragen der englischen Teekultur – Kommt zuerst die Clotted Cream oder die Marmelade auf den Scone? Ganz gleich, welche Methode du bevorzugst – Clotted Cream wird jeden Bissen unvergesslich machen.

Hintergrundwissen

Clotted Cream ist eine traditionelle Spezialität aus Südwestengland, die in den Grafschaften Devon und Cornwall seit Jahrhunderten hergestellt wird. Ihr Ursprung geht weit zurück, in eine Zeit, als es noch keine modernen Kühlmöglichkeiten gab. Ursprünglich diente die Herstellung von Clotted Cream der Verlängerung der Haltbarkeit von Milch. Durch das langsame Erhitzen setzte sich das Milchfett ab und bildete eine dicke, goldgelbe Schicht, die zugleich nahrhaft und lange haltbar war – eine praktische Lösung, die zudem unvergleichlich köstlich war.

Ihre samtige, fast butterartige Konsistenz entsteht durch ein simples, aber zeitintensives Verfahren: Die Sahne wird über Stunden sanft erhitzt, ohne zu kochen, und anschließend ebenso lange abgekühlt. Dabei setzt sich das Milchfett an der Oberfläche ab und bildet die charakteristische, leicht karamellfarbene Schicht. Diese Schicht, die mit einem Löffel vorsichtig abgeschöpft wird, macht die Clotted Cream zu einer der unverkennbarsten Delikatessen der britischen Küche. Die darunter verbleibende Flüssigkeit, ähnlich der Buttermilch, wurde traditionell ebenfalls weiterverwendet, etwa zum Backen.

Doch Clotted Cream ist nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern auch Teil des  berühmten englischen Cream Tea, bei dem Scones mit Clotted Cream und Marmelade serviert werden. Dieser charmante Streitpunkt entzweit seit Generationen die Grafschaften. In Devon wird die Clotted Cream zuerst aufgetragen, gefolgt von der Marmelade. In Cornwall hingegen kommt zuerst die Marmelade und dann die Clotted Cream auf den Scone. Nur in einem sind sich alle einig, dass Clotted Cream jeden Bissen veredelt.

Traditionelle Herstellung

Traditionell wird Clotted Cream aus frischer, unbehandelter Rohmilch mit mindestens 3,5 % Fettanteil hergestellt. Das Verfahren setzt darauf, dass sich der hohe Fettanteil der Milch während des langsamen Erhitzens und Abkühlens an der Oberfläche sammelt und eine dicke Sahneschicht bildet. Dieses Verfahren stammt aus einer Zeit, in der Milch direkt von der Kuh kam und nicht industriell verarbeitet wurde.

Auf Bauernhöfen in Cornwall und Devon, wo Clotted Cream ihren Ursprung hat, wurde sie früher auf Holzöfen oder offenen Feuerstellen zubereitet. Die Milch wurde in großen, flachen Metallschalen oder Tontöpfen über die Restwärme des Herds gestellt, nachdem andere Speisen gekocht waren. Die langsame Hitzeentwicklung war entscheidend, damit sich das Fett abtrennen konnte, ohne dass die Milch gerann. Über Nacht kühlte die Milch in einem kühlen Raum, wie einem Keller oder einer Speisekammer, ab. Anschließend wurde die dicke Sahneschicht vorsichtig abgeschöpft. Die darunter verbleibende Flüssigkeit diente als Buttermilchersatz und wurde für andere Speisen verwendet.

Heute wird Clotted Cream auch aus Sahne hergestellt, da diese schneller und effizienter das gewünschte Ergebnis liefert. Sahne ist bereits fettreicher, wodurch die Herstellung beschleunigt wird und die Clotted Cream einen noch höheren Fettgehalt bekommt. Aus 1 Liter frischer Sahne mit mindestens 30 % Fettgehalt erhältst du etwa 900 Gramm Clotted Cream. Im Vergleich dazu ergibt die Herstellung aus Milch wesentlich weniger Clotted Cream – etwa 300 Gramm aus 1 Liter Milch.

Rezepthinweise

Die Herstellung ist überraschend einfach, auch wenn sie etwas Geduld erfordert. Du benötigst frische Sahne mit mindestens 30 % Fettgehalt. Man sollte keine pasteurisierte Sahne (H-Sahne) mit zugesetzten Stabilisatoren zu nutzen. Ein Becher mit 200 ml frischer Sahne ergibt etwa 180 g Clotted Cream.

Zudem bedarf es einer ofenfesten Form, die flach und groß ist. Die Oberfläche ist wichtig, da die Clotted Cream durch das Erhitzen und die Abkühlung entsteht, während sich der Fettanteil an der Oberfläche sammelt. Je größer die Fläche, desto besser kann sich die dicke Schicht bilden. Ideal sind Formen aus Keramik oder Glas, die die Wärme gleichmäßig verteilen. Für 1 Liter Sahne empfiehlt sich eine Form mit einer Fläche von etwa 20 x 30 cm und für kleinere Mengen 15 x 20 cm.

Backmodus aktivieren

Clotted Cream

Gieße frische Sahne in eine flache, ofenfeste Form, so dass die Schicht etwa 3–4 cm hoch ist. Das gewährleistet eine gleichmäßige Verfestigung.Wähle eine Form mit größtmöglicher Oberfläche, da sich die dicke Sahneschicht nur dann optimal bilden kann, wenn die Oberfläche ausreichend groß ist. Als Nächstes den Backofen schon mal auf 80 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Dann die Form hineinstellen und die Sahne für 6 Stunden langsam stocken lassen. Normalerweise wird die Form nicht abgedeckt, da die Oberfläche der Sahne mit der Luft in Kontakt kommen muss, um die charakteristische Schicht zu bilden. Wenn dein Ofen sehr trockene Luft erzeugt, kannst du die Form locker mit Alufolie abdecken, aber nur so, dass weiterhin etwas Luft zirkulieren kann.

Schalte den Ofen nach den 6 Stunden aus und lasse die Sahne für weitere 6 Stunden in der Restwärme des geschlossenen Ofens stehen. So sparst du Energie und der Prozess wird schonend fortgesetzt.

Nach insgesamt 12 Stunden (6 Stunden aktiv und 6 Stunden Restwärme) stellst du die Form in den Kühlschrank, damit die Sahne dort für weitere 12 Stunden ruhen kann. Sie wird dort fest und es entsteht eine dicke Sahneschicht.

Zum Schluss wird diese vorsichtig mit einem Löffel von der darunterliegenden Flüssigkeit abgehoben. Die übrig gebliebene Flüssigkeit kannst du wie Buttermilch verwenden. Die Clotted Cream ist direkt einsatzbereit und hält sich gekühlt eine gute Woche im Kühlschrank. 

Rezepte zum Probieren

Heute ist Clotted Cream nicht mehr nur in England beliebt, sondern hat längst auch internationale Küchen erobert. Sie findet vielfältige Einsatzmöglichkeiten – ob als luxuriöser Aufstrich, als Zutat für Desserts oder sogar als Highlight in herzhaften Gerichten. Ihre besondere Geschichte und Vielseitigkeit machen sie zu einer echten Delikatesse. Hier sind einige Backrezepte, die hervorragend mit dieser Köstlichkeit schmecken.

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